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Virtueller Rundgang durch die Schule
Mit dem Programmier-Tool Scratch >> stellt Carla unsere Schule vor.
Aktuell gibt es den Eingang und die obere Etage zu sehen. -
30 Jahre Freie Schule und mehr ...
1991 wurde der Freien Schule Kassel die Genehmigung zum Betrieb einer sechsjährigen Grundschule erteilt. Bis dahin war es ein langer steiniger Weg. Die ersten Gedanken zur Gründung dieser Schule entstanden bereits während der documenta 6 ( 1977) in einem Seminar mit Joseph Beuys. Es entwickelte sich die Idee selbst eine Schule zu gründen, in der Kinder lernen sollten, die richtigen Fragen zu stellen und nicht nur die richtigen Antworten zu geben. Der Umgang mit Freiheit, Selbstverantwortung, Achtung, Demokratie und natürlich der Spaß am Lernen sollten im Vordergrund stehen. Engagierte Eltern und PädagogInnen gründeten damals den Verein Freie Schule Kassel e. V., um ihren Traum einer alternativen Schule zu erfüllen.

Eine Freie Schule in Kassel durchzusetzen, dafür brauchte es viel Mut, entschiedenes Engagement und vor allem - Ausdauer. Bis zur endgültigen Anerkennung sollten noch mehrere Jahre verstreichen. Die Zusage zur Genehmigung der Schule wurde 1987 im letzten Augenblick vom Regierungspräsidenten zurück gezogen und es dauerte weitere vier Jahre und viele Anstrengungen, bis wir endlich unsere Schule offiziell eröffnen konnten.
Nach anfänglicher Skepsis sind wir heute ein fester Bestandteil der Kasseler Schullandschaft. Die Kontakte zum Schulamt und zu den weiterführenden Schulen sind durchweg positiv.
Wir alle, die Eltern, die Pädagogen und natürlich die Kinder haben viel geschafft, worauf wir stolz sein können, leicht gemacht haben wir es uns nicht immer, es wurde viel diskutiert und natürlich gab es auch Meinungsverschiedenheiten.
Seit 1997 leben und lernen wir zusammen mit dem Kindergarten Rasselbande in unserem eigenen Haus in der Marbachshöhe.Wir bleiben weiterhin in Bewegung, begeben uns auf den Weg, suchen nach unseren Wurzeln, fragen nach unserer Identität. Wir gehen weiter mit dem Blick nach vorne ...
Es bleibt spannend und macht Spaß! -
Altersgemischte Gruppen
Trolle
Die Trolle sind die jahrgangsgemischte Gruppe der Erst- und Zweitklässler.
Immer nach den Sommerferien wächst ein Jahrgang aus der Gruppe heraus und wandert weiter. Dann bereiten sich die frischgebackenenen großen Trolle darauf vor, nun ihrerseits die neuen Erstklässler bei sich im Trollezimmer willkommen zu heißen. Sie bilden Patenschaften und erklären den Neuen ganz praktisch alles, was man über die neue Schule wissen muss.
Da gibt es erstmal viel zu lernen und zu entdecken, sei es im Schulgebäude von der Garderobe und den verschiedenen Räumen bis hinab in den Kickerraum oder draußen im Garten, an der Kletterwand oder bei den Schulschafen.
Wir kitzeln die Füße des Herkules, wir spielen und singen, basteln und zeichnen, kochen und räumen, gehen turnen und schwimmen und erkunden, was uns interessiert. Wir rechnen, lernen lesen und schreiben, versorgen unsere Schulschafe und machen Tischdienst. Richtig spannend wird es für uns, wenn wir das Weihnachtstheaterstück aufführen, zur langen Lesenacht in der Schule übernachten und am Ende des Schuljahres zur Schulfahrt an den Edersee aufbrechen.
Wichtel
Die Wichtelin oder der Wichtel an sich ist in der dritten oder vierten Klasse und wohnt in der Freien Schule im mittleren Flur, sprich zwischen den Trollen und Zwergen. Zuerst ist alles noch neu, so als frischer Drittklässler. Nach einer Gleitzeit geht für alle Wichtel gegen acht Uhr dreißig der Unterricht los.
Es wird mehr und häufiger geschrieben. Es gibt Rechtschreib- und Grammatikübungen und freie Themen. Geschichten schreiben mit Storyboard ist immer wieder ein großer Renner. Die Drittklässler entdecken den Tausenderraum, die Viertklässler die Millionen, dazu Geometrie, schriftliche Rechenverfahren und Mathe im Alltag. Das 1x1 soll auswendig gekonnt werden, und Englisch gibt es jetzt auch spielerisch schriftlich. Kunst und Mathe wechseln sich ab, es gibt Angebotszeiten und viele kleine und größere Projekte. Da es zwar einen Stundenplan, aber keine Pausenglocke gibt, können Mathe und Deutsch gut in solche Projekte gepackt werden.
Daneben gibt es noch das wichtige Fach Thema. In der Regel wählen die Wichtel zu Beginn des Halbjahres mehrere Themen, und die mit den meisten Stimmen werden realisiert. Unsere Themen beinhalten praktisches und theoretisches Arbeiten. Das erste Thema in diesem Halbjahr war z.B. Früchte. Da haben wir Obst gesammelt und viele Marmeladen eingekocht, sind auf den Markt gegangen und haben tolle Gemüsegerichte ausprobiert. Einige Dinge haben wir dann gemeinsam behandelt, z.B. was überhaupt eine Frucht ist oder wie eine Blüte bestäubt wird und daraus dann eine Frucht wächst. Dann hat sich jeder Wichtel ein Unterthema ausgesucht, wie exotische Früchte oder Beeren, und dazu eine Mappe erarbeitet.
Und dann gibt es da noch einige immer wiederkehrende Arbeitsphasen. Irgendwann im ersten Halbjahr machen die Drittklässler ihren Füllerführerschein und die Viertklässler ihren Fahrradführerschein. Außerdem gibt es für die Viertklässler noch den PC-Führerschein. Im Frühjahr werden die Wichtel wieder beim Solarbootrennen mitmachen, Theorie und Praxis. Was ist überhaupt Strom oder Solar, und dann müssen natürlich Boote gebaut werden. Es gibt übrigens auch Förderzeiten, bis zu drei Mal wöchentlich, für die, die mehr gefordert werden müssen. Manche mehr und manche weniger.
Das alles hört sich jetzt an, als wenn die Wichtel immer nur arbeiten und lernen. Weit gefehlt. Es gibt nämlich reichlich Freizeit und einige Besprechungen über die kleinen und großen Sorgen des Wichtellebens, soziales Lernen nennt sich das. Es hat sich herausgestellt, dass in der Wichtelzeit „Zicken“ und „Sandkastenrocker“ am heftigsten trainieren: wer bestimmt, wer hat das letzte Wort, wann werden Erwachsene pampig oder wie ärgere ich andere Kinder? Kürzer ausgedrückt, bei den Wichteln werden phasenweise gerne Grenzen ausgelotet. Alles ganz normal.
PS: In der Weihnachstszeit wichteln die Wichtel.
Zwerge
Die Zwerge sind so etwas wie die Oberstufe an unserer Schule. Es sind die letzten beiden Jahre an der Freien Schule Kassel. Nach Beendigung der 6. Klasse findet der Übergang an eine weiterführende Schule statt. Auf diesen Übergang wird vorbereitet. Die Schüler/innen sind in einem Alter, in dem man ihnen mehr abverlangen kann und entsprechend werden die Anforderungen gestellt. Der Anteil vorstrukturierter Unterrichtsstunden und verbindlicher Arbeitszeit steigt deutlich an. Sport findet am Nachmittag statt, und in der 6. Klasse kommen drei Stunden Französisch pro Woche hinzu. Sachkundliche Themen werden mit größerem Textvolumen ausgearbeitet, und sowohl Vorträge als auch die Rückmeldungen hierzu fallen differenzierter aus. Die Zwerge bekommen Hausaufgaben, arbeiten in Mathematik und Englisch mit Lehrwerken in kleinen Kursen, schreiben regelmäßig Vokabeltests, müssen sich auf Tests vorbereiten und mehr Verantwortung im Schulalltag übernehmen. Hierzu gehören die Leitung des Schüler/innen-Plenums, Schulführungen an Besuchstagen sowie Arbeiten rund um Haus, Hof und Garten, für welche andere Schüler noch zu klein sind (z.B. den Bauwagen für ein Fest umstellen, große Materialien zwischen den Stockwerken bewegen u.s.w.).
Während der 5./6. Klasse wachsen die Schüler/innen in die Rolle der „Großen“ hinein und verändern sich in vielen Bereichen. Oft ist zu beobachten, dass die Verantwortung für das eigene Lernen eine größere Bedeutung einnimmt als zuvor. Es wird sich damit auseinander gesetzt, welche weiterführende Schule eine geeignete Wahl wäre und welche schulischen Ziele man gern erreichen möchte.
Wenn in der 6. Klasse das zweite Halbjahr beginnt, begleiten verschiedene Rituale das Abschiednehmen von einer sehr vertrauten Gruppe und Umgebung. Die 6.-Klässler/innen planen eine gemeinsame Studienfahrt, hospitieren an weiterführenden Schulen, tauschen sich über ihre schulischen Ziele und Vorstellungen aus, behauen einen Robinienstamm, der für viele Jahre auf dem Gelände stehen wird, und sie werden auf dem letzten Sommerfest feierlich von der Schulgemeinschaft verabschiedet.
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Unser Standort
Die Freie Schule arbeitet seit 1997 in ihren Räumlichkeiten im Stadtteil Marbachshöhe. Dieser Stadtteil ist auf dem städtebaulich attraktiven Areal der ehemaligen Kasernen entstanden und mittlerweile zur Heimat für ca. 2.000 Menschen geworden. Viele Kinder der Schule wohnen in direkter Nachbarschaft. Das Schulgelände und das Haus wird gemeinsam von der Kindertagesstätte Rasselbande und der Schule genutzt. Den Kindern stehen 900 qm Nutzfläche im Gebäude und ein riesiges Grundstück von etwa 5500 qm zur Verfügung.

Umweltgifte - nein, danke!
Allergien und anderen Erkrankungen bei Kindern, die durch "Umweltgifte" verursacht werden, nehmen in besorgniserregender Weise zu. Uns ist die Gesundheit unserer Kinder und die Schonung natürlicher Ressourcen sehr wichtig. Deshalb haben Eltern in zahlreichen Arbeitsstunden dafür gesorgt, dass das Schulhaus soweit wie möglich ökologisch gestaltet wurde. Das angekaufte Gebäude wurde vor dem Erwerb auf "Baugifte" untersucht und von Experten für unbedenklich befunden. Die Räume wurden mit geöltem Parkett, Linoleum oder Fließen ausgestattet. Die Wandanstriche sind schadstofffrei oder zumindest schadstoffarm. Bei der Inneneinrichtung wurde darauf geachtet, dass Kunststoffe so wenig wie möglich verwendet wurden. Die Spielteppiche bestehen aus Naturfasern. Die Polster in den Tobezimmern und Gruppenräumen sind FCKW-frei und auch auf andere Schadstoffe überprüft. Teile der Einrichtung wie z.B. die Tische sind mit Naturölen behandelt oder gewachst. Die Elektroinstallationen wurden auf das notwendige Minimum beschränkt, um die Kinder nicht unnötigen Elektrosmog-Belastungen auszusetzen. Nötige Kabelbündelungen unter den Decken befinden sich nicht in den Gruppenräumen, sondern über den Fluren.
Eine Regenwassernutzungsanlage mit einem Fassungsvermögen von 6.000 Litern wurde eingebaut. Hierüber werden alle Toiletten im Haus und die Gartenanschlüsse für Gießwasser gespeist. Die zuvor asphaltierten Flächen des Schulgeländes wurden entsiegelt und mit einem wasserdurchlässigen Stein gepflastert bzw. mit Rasen, Büschen und Bäumen neu begrünt. 2008 wurde ein Anbau realisiert und größere Umbaumaßnahmen vorgenommen. Teil dieser Baumaßnahmen waren der Einbau eines Aufzuges und die behindertengerechte Umgestaltung der bestehenden Räumlichkeiten. Außerdem wurden die Fenster ausgetauscht und eine Lüftungsanlage installiert, wodurch der Heizbedarf weiter gesenkt werden konnte. -
Eltern-Mitarbeit
Die Eltern an der Freien Schule Kassel haben nicht nur mehr Rechte als die Eltern an staatlichen Schulen, weil sie die Schule aktiv mitgestalten und mitbestimmen können. Sie haben mit dem Elternplenum ein Gremium, in dem sie ihre Themen unter sich besprechen können und von wo aus sie Anregungen und Impulse ins Pädagogische Team und andere Gruppen der Schule geben können. Zudem können sie über die Mitgliederversammlung über grundlegende Änderungen des pädagogischen Konzeptes mitentscheiden. Sie haben aber auch mehr Pflichten. In einer Selbstverwaltungsordnung, die von Eltern und MitarbeiterInnen gemeinsam erarbeitet wurde, sind die Rechte und Pflichten der Eltern beschrieben. Durch das intensive Zusammenarbeiten entsteht ein gemeinsames Projekt, dass allen am Herzen liegt: unsere Schule.

Es gibt Bereiche, von denen wir voraussetzen, dass die Eltern sich daran beteiligen. Der regelmäßige Besuch der Elternabende wird ebenso erwartet wie die Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe. Väter und Mütter erstellen beispielsweise viermal im Jahr die Schulzeitung „Freibrief“. Eltern helfen, Feste zu organisieren, arbeiten im Garten oder renovieren die Schule. Sie suchen sich das Betätigungsfeld, das ihren Wünschen, Fähigkeiten und Neigungen entspricht. Bei größeren Aktionen, wie etwa einem Umbau, beteiligen sich alle Eltern mit einem bestimmten Stundenkontingent. Das spart nicht nur Kosten, sondern schafft sowohl ein Gemeinschaftsgefühl als auch Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Schule. Es ist uns wichtig, dass sich alle Menschen an der Freien Schule wohl fühlen und sich mit der Schule identifizieren können. Es geht nicht nur um Rechte und Pflichten. Spaß zu haben, ein Teil der Schulgemeinde zu sein, ist mindestens genauso wichtig. Deshalb wird die Gemeinschaft mit unterschiedlichen Aktionen gepflegt.
Die Freie Schule Kassel ist auf die Mitwirkung und tatkräftige Unterstützung der Eltern angewiesen. Je mehr Eltern sich engagieren, desto bunter wird die Schule. -
Unsere AGs
AG FesteOrganisation der Schulfeste.
AG FreibriefViermal im Jahr den "Freibrief", die Schulzeitung der Freien Schule, erstellen.
AG GartenGestaltung und Pflege des Schulgeländes. Rasen mähen, Blumen- und Schulbeete pflegen, Laub rechen, Kompost umschichten.
AG HausRenovierung und Instandhaltung des Gebäudes.
AG Infostand / ÖffentlichkeitsarbeitSchule im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen, wie Schlachthoffest, Tag der Erde, vorstellen.
Infomaterialien aktualisieren.
AG LäuseProphylaktische Kontrolle der Kinder, Information und Beratung der Eltern zur Behandlung bei Läusebefall.
AG Neue FamilienInfoabend organisieren, Gespräche mit neuen Eltern führen, Kinderbesuchstag begleiten.
AG PutzenOrganisation der Elternputzdienste.
AG SchafeSchafe füttern und scheren, Stall ausmisten, Heu organisieren, Weide pflegen.
AG SchulfahrtOrganisation der Schulfahrt. Mithilfe beim Auf-/Abbau der Zelte. Organisation des Schulgemeinschaftswochenendes.


